Der Elastizitätsmodul beschreibt, wie steif oder elastisch ein Material ist. Bei einer Aligner-Schiene entscheidet er mit darüber, wie die Schiene Kräfte auf die Zähne übertragen kann.
Viele Patienten fragen mich:
„Wie kann eine dünne Kunststoffschiene überhaupt einen Zahn bewegen?"
Die Antwort liegt in einer besonderen Eigenschaft des Kunststoffs.
Stellen Sie sich ein Lineal vor.
Wenn Sie ein Kunststofflineal leicht biegen und anschließend loslassen, springt es wieder in seine ursprüngliche Form zurück.
Genau dieses Verhalten nutzt auch eine Aligner-Schiene.
Jede Schiene wird so hergestellt, dass sie bereits die nächste Zahnstellung enthält.
Beim Einsetzen passt sie deshalb zunächst nicht hundertprozentig auf Ihre aktuellen Zähne.
Sie muss sich ganz leicht verformen.
Da der Kunststoff wieder in seine ursprüngliche Form zurück möchte, entstehen kleine, kontrollierte Kräfte.
Diese Kräfte werden auf Ihre Zähne übertragen.
Man könnte also sagen:
Die Schiene möchte wieder ihre ursprüngliche Form annehmen – und nimmt den Zahn dabei Schritt für Schritt mit.
Eine Aligner-Schiene darf weder zu weich noch zu hart sein.
Ist sie zu weich, entstehen kaum Kräfte und die Zähne bewegen sich nur unzureichend.
Ist sie zu hart, können unnötig hohe Kräfte entstehen.
Deshalb werden moderne Aligner aus speziell entwickelten Kunststoffen hergestellt, deren Materialeigenschaften genau auf die Zahnbewegung abgestimmt sind.
Nicht direkt.
Die Schiene speichert elastische Energie.
Diese wird als sanfte Kraft auf den Zahn übertragen.
Die eigentliche Bewegung entsteht anschließend durch den biologischen Knochenumbau.
Weil sie sich beim Einsetzen stärker verformen muss.
Dadurch entstehen zunächst höhere Kräfte.
Sobald sich Ihre Zähne der geplanten Position annähern, nimmt diese Spannung langsam ab.
Ja.
Jeder Kunststoff entspannt sich mit der Zeit.
Dieses Phänomen nennt man Stress Relaxation.
Deshalb werden Aligner regelmäßig gegen eine neue Schiene ausgetauscht.
Härter bedeutet nicht automatisch besser.
Für eine erfolgreiche Zahnbewegung sind kontrollierte und biologisch verträgliche Kräfte entscheidend. Ein zu steifes Material könnte unnötig hohe Belastungen erzeugen.
Nein.
Die verwendeten Materialien unterscheiden sich hinsichtlich Elastizität, Festigkeit, Transparenz und Haltbarkeit. Deshalb können sich verschiedene Aligner-Systeme auch unterschiedlich anfühlen.
Eine Aligner-Schiene bewegt Ihre Zähne nicht dauerhaft mit derselben Kraft.
Direkt nach dem Einsetzen ist die Kraft am größten.
Mit der Zeit nimmt sie langsam ab, während sich die Zähne ihrer neuen Position annähern.
Nein.
Die Schiene wird zunächst leicht verformt.
Dadurch möchte sie wieder ihre ursprüngliche Form annehmen und erzeugt kontrollierte Kräfte auf den Zahn.
Nicht unbedingt.
Entscheidend ist nicht die größte Kraft, sondern die richtige Kraft.
Der Körper reagiert am besten auf gleichmäßige, kontrollierte Belastungen.
Nein.
Die Kräfte nehmen während der Tragezeit langsam ab.
Deshalb werden Aligner regelmäßig gewechselt.
Stellen Sie sich ein gespanntes Haargummi vor. Solange Sie es festhalten, speichert es Spannung.
Lassen Sie es los, möchte es sofort wieder in seine ursprüngliche Form zurück.
Genau dieses Prinzip nutzt auch eine Aligner-Schiene.
Beim Einsetzen wird sie minimal verformt.
Weil sie wieder ihre ursprüngliche Form annehmen möchte, entstehen kleine, gleichmäßige Kräfte, die auf Ihre Zähne übertragen werden.
Der Elastizitätsmodul ist nur eine von mehreren Materialeigenschaften, die für die Funktion einer Aligner-Schiene wichtig sind.
Ebenso entscheidend sind unter anderem:
Erst das Zusammenspiel all dieser Faktoren sorgt dafür, dass die Kräfte möglichst gleichmäßig und kontrolliert auf die Zähne übertragen werden.
