Die Retentionsphase beginnt unmittelbar nach Abschluss Ihrer Aligner-Behandlung. Ihr Ziel ist es, die neue Zahnstellung langfristig zu erhalten und zu verhindern, dass sich die Zähne wieder verschieben.
Stellen Sie sich vor, Sie haben einen jungen Baum an einen neuen Platz gepflanzt.
Der Baum steht bereits gerade.
Trotzdem wird er noch für einige Zeit mit einem Pfahl gestützt.
Warum?
Weil seine Wurzeln Zeit brauchen, um sich im neuen Boden fest zu verankern.
Genau das passiert auch nach einer Aligner-Behandlung.
Ihre Zähne stehen zwar bereits an der gewünschten Position, doch Knochen, Zahnfleisch und die feinen parodontalen Fasern müssen sich erst an diese neue Situation anpassen.
Dieser biologische Umbau dauert deutlich länger als viele Menschen vermuten.
Ohne Stabilisierung können die Zähne deshalb wieder in ihre ursprüngliche Position zurückwandern.
Genau aus diesem Grund beginnt nach der aktiven Behandlung die sogenannte Retentionsphase.
Viele Patienten glauben, die Behandlung sei mit der letzten Aligner-Schiene abgeschlossen.
Tatsächlich beginnt jetzt eine genauso wichtige Phase.
Während der Behandlung wurden nicht nur die Zähne bewegt.
Auch der Knochen wurde umgebaut.
Die parodontalen Fasern wurden gedehnt.
Die Muskulatur von Lippen, Wangen und Zunge muss sich an die neue Zahnstellung anpassen.
All diese Strukturen benötigen Zeit, um sich neu zu organisieren.
Die Retentionsphase schützt Ihr Behandlungsergebnis genau während dieser Zeit.
Ohne Retention besteht das Risiko, dass sich einzelne oder mehrere Zähne wieder verschieben.
Man spricht dann von einem Rezidiv.
Je größer die ursprüngliche Zahnfehlstellung war, desto wichtiger ist meist eine konsequente Retention.
Viele Patienten denken, ihre Zähne würden nach der Behandlung einfach dauerhaft gerade bleiben.
Leider ist das nicht so.
Unser Körper verändert sich ein Leben lang.
Folgende Faktoren können die Zahnstellung beeinflussen:
Deshalb können sich selbst Zähne verschieben, die nie kieferorthopädisch behandelt wurden.
Die stärksten biologischen Veränderungen finden in den ersten Monaten nach der Behandlung statt.
Da sich die Zahnstellung jedoch ein Leben lang verändern kann, empfehlen viele Zahnärzte eine langfristige – häufig lebenslange – Retention.
Die genaue Dauer richtet sich immer nach Ihrer individuellen Situation.
Zur Stabilisierung kommen verschiedene Retainer zum Einsatz.
Je nach Ausgangssituation können verwendet werden:
👉 Welche Retainer es gibt, welche Vor- und Nachteile sie haben und welche Lösung für Sie geeignet sein kann, erfahren Sie in unserem ausführlichen Artikel „Retainer – einfach erklärt“.
Ja.
Direkt nach Abschluss der aktiven Behandlung sollte die Retention beginnen.
Davon ist in den meisten Fällen abzuraten.
Ohne Retention steigt das Risiko, dass sich die Zähne erneut verschieben.
Die Zahnbewegung erfolgt vergleichsweise schnell.
Die vollständige Anpassung von Knochen und Zahnhalteapparat benötigt deutlich mehr Zeit.
Die aktive Zahnbewegung ist abgeschlossen.
Die Stabilisierung des Ergebnisses ist jedoch ein wichtiger Teil der gesamten Behandlung.
Die parodontalen Fasern besitzen eine natürliche Rückstellkraft.
Sie "erinnern" sich gewissermaßen an die ursprüngliche Zahnstellung und benötigen Zeit, um sich an die neue Position anzupassen.
Genau deshalb beginnt die Retentionsphase unmittelbar nach Abschluss der aktiven Behandlung.
Nein.
Ohne Retention können sich Zähne erneut verschieben.
Auch Jahre später können sich Zähne noch verändern.
Deshalb ist eine langfristige Stabilisierung häufig sinnvoll.
Ein Retainer ist ein fester Bestandteil jeder hochwertigen kieferorthopädischen Behandlung.
Er schützt das Ergebnis, das während der Behandlung erreicht wurde.
Die Aligner-Behandlung ist wie der Bau eines Hauses.
Die Zahnbewegung errichtet das Haus.
Die Retentionsphase sorgt dafür, dass das Fundament vollständig aushärten kann.
Erst dann entsteht ein dauerhaft stabiles Ergebnis.
